DAX Aufbau-Seminar: 20 Fragen an ein Datenmodell
Wer Power BI unterrichtet, steht häufig vor einer grundlegenden Frage:
Soll man die einzelnen DAX‑Funktionen isoliert erklären – oder besser entlang echter fachlicher Fragestellungen?
In einem Seminar Ende April habe ich bewusst den zweiten Weg gewählt.
Ausgangspunkt sind fünf Tabellen, die gemeinsam ein einfaches, aber realitätsnahes Datenmodell bilden: Eine Faktentabelle mit Verkaufsdaten (von drei fiktiven Supermärkten aus Berlin‑Friedenau) wird von mehreren Dimensionstabellen ergänzt, etwa für Datum, Produkte, Kategorien, Filialen und Kunden. Die erste Aufgabe für die Teilnehmenden besteht darin, dieses Modell überhaupt zu verstehen – also zu erkennen, welche Tabelle welche Rolle spielt. Die Tabellen sind außerdem bewusst recht groß und enthalten viele Spalten. [Ich möchte in Zukunft darauf verzichten, Teilnehmende mit künstlich stark vereinfachten, zu kleinen Datenmodellen zu unterfordern.]
Darauf aufbauend folgt ein didaktisch klar strukturierter Ansatz: Statt DAX als Sammlung einzelner Funktionen zu erklären, werden 20 konkrete Fragestellungen aus dem Accounting‑Umfeld formuliert, die man typischerweise an ein solches Modell richtet.

Diese Fragen sind bewusst so angeordnet, dass sie Schritt für Schritt anspruchsvoller werden:
- Zunächst geht es um grundlegende Aggregationen wie Umsatz oder Anzahl von Verkaufspositionen.
- Danach werden Filterlogiken eingeführt, etwa zur Auswertung bestimmter Zahlungsarten oder Produktkategorien.
- Es folgen Zeitvergleiche, beispielsweise der Umsatz im aktuellen Jahr gegenüber dem Vorjahr.
- Anschließend kommen betriebswirtschaftliche Kennzahlen wie Margen sowie erste Iterationskonzepte ins Spiel.
- Schließlich geraten die Teilnehmenden an die Grenzen des Modells selbst.
Die Teilnehmenden lernen DAX damit nicht als Sammlung einzelner Funktionen kennen, sondern als Werkzeug zur Beantwortung konkreter fachlicher Fragestellungen.
Mit zunehmender Komplexität verändert sich dabei auch die zugrunde liegende Denkweise. Während anfangs klare Zuordnungen dominieren, wird im weiteren Verlauf deutlich, dass viele Fragestellungen nicht mehr mit einfachen Strukturen beantwortet werden können.
Genau an dieser Stelle lassen sich wichtige weiterführende Themen anschließen:
Wie werden Beziehungen sinnvoll modelliert? Wann sind zusätzliche Kennzahlen oder Gewichtungen notwendig? Und an welchen Stellen reicht das vorhandene Datenmodell schlicht nicht aus?
Der Beitrag führt Schritt für Schritt durch diese 20 Fragen und erläutert insbesondere die anspruchsvolleren Formeln ausführlich und – hoffentlich – gut nachvollziehbar.
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